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letzte Station der Ausstellungsreihe im Vilstal mit SPD- und DGB-Vertretern sowie der Schulleitung

Ausstellung "Gegen Rechts" in der Mittelschule Vilsbiburg eröffnet

Die Mittelschule soll eine "Schule ohne Rassismus", eine "Schule mit Courage" werden. Und sie ist auf dem besten Weg, diese Auszeichnung noch in diesem Schuljahr zu bekommen.

Zuständig für die Verleihung des Titels ist die Bundeskoordination dieser Jugendbewegung in Berlin. Auch deshalb wurde gestern in der Aula der Mittelschule die Ausstellung der Hans-Böckler-Stiftung und des Deutschen Gewerkschaftsbunds "Gegen Rechts" eröffnet. Im Vorfeld hatte sie bereits in den Schulen in Gerzen und Velden Station gemacht. Unter dem Aspekt der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser durch die Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 wird die deutsche Vergangenheit beleuchtet.

"Ich habe ein gutes Gefühl, was unsere Schule angeht", sagte der Rektor der Mittelschule Karl-Heinz-Thöne gestern im Pressegespräch. Er bezog sich dabei auf rechtsradikale Strömungen, die in seiner Schule - soweit er dies beurteilen könne - keinen Platz fänden. Auch Desiree Logemann, Sozialpädagogin an der Mittelschule, bestätigte dies. Ein bis zweimal pro Schuljahr sorgen Kritzeleien beispielsweise von Hakenkreuzen für Ärger, doch seien diese "nicht zielorientiert, sondern einfach nur Blödsinn", schätzte Thöne diese Vorfälle ein. Trotzdem dürfe man den Auftritt von Neonazis nicht unterschätzen und müsse die Schüler gezielt darauf hinweisen.
"Moderne Nazis sind heute nicht mehr nur Skinheads in Springerstiefeln. Sie treten in coolen Outfits auf, präsentieren sich auf beliebten Websites und über Profile auf sozialen Netzwerken und versuchen so, ganz gezielt an euch heranzutreten", sagte er im Rahmen der Ausstellungseröffnung vor den Schülern der 9. und 10. Klasse. Gerne werden rechtsextreme Überzeugungen interessant verpackt: CDs mit rechtem Gedankengut werden auf Schulhöfen verteilt, NDP-Mitglieder veranstalten Feste oder bieten Sportmöglichkeiten.

Thöne will die Mittelschule zur "Schule ohne Rassismus" (SOR) machen, um die Schüler auf die subtilen Methoden nationalsozialistischer Gruppierungen aufmerksam und sie fit für den kritischen Umgang mit Rechtsextremismus zu machen. Um das Prädikat SOR führen zu dürfen, müssen 70 Prozent der Schüler und Lehrer Unterschriften gegen den Rechtsradikalismus abgeben, Vertreter aus der Öffentlichkeit müssen die Patenschaft übernehmen und jährlich sind Aktionen "gegen Rechts" verpflichtend. So hat Sozialpädagogin Logemann erst in der vergangenen Woche mit Schülern der 5. und 6. Klasse ein Lied mit dem Titel "Schule gegen Rassismus" erarbeitet.

Mit der Ausstellung der Hans- Böckler-Stiftung und des DGB soll weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden. Zum Abschluss der Tour durch Südbayern ist die Ausstellung nun eine Woche in der Vilsbiburger Mittelschule zu sehen. Sie trägt den Titel "Gerade Dich, Arbeiter, wollen wir!"und greift damit ein Zitat des Nationalsozialisten Dr. Robert Ley vom 2. Mai 1933 auf. Im Mittelpunkt steht ebendieser Tag, welcher den Auftakt zur Zerschlagung der freien Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten bildete. Auf den Stellwänden wird der chronologische Hergang der Ereignisse gezeigt; Erklärungsansätze liefert der zweite Teil der Ausstellung.

Hans-Dieter Schenk vom DGB Landshut, der gestern in die Ausstellung einführte, sprach im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse in Deutschland von einer "wiedererstarkten Rechten". Weiter rief er in Erinnerung, dass die NPD bei den letzten Kommunalwahlen in Berlin mehr Stimmen als die FDP bekommen habe und in vielen Landtagsgremien vertreten sei. "Faschismus ist kein Gedankengut, Faschismus ist ein Verbrechen", war die zentrale Aussage seiner Rede.

Zweiter Bürgermeister Hans Sarcher ging in seinem Grußwort auf die Ereignisse aus dem Jahr 1933 in Vilsbiburg ein. Am 29. März 1933 wurde Reichskanzler Adolf Hitler in Vilsbiburg mit dem Ehrenbürgerrecht ausgezeichnet. Zwei Monate später wurde der Stadtrat aufgelöst, was zur Folge hatte, dass das Gremium letztlich nur aus Mitgliedern der NSDAP bestand und am 24. Mai 1934 mit Carl Köhler ein erprobter Kämpfer aus den Reihen der NSDAP zum Bürgermeister berufen wurde.

Ruth Müller schloss sich den Worten ihrer Vorredner an und überreichte Thöne im Namen der Landkreis-SPD für die Schulbibliothek ein Buch über Josef Felder, einen Reichstagsabgeordneten, der 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte.

Die Ausstellung "Gerade dich, Arbeiter, wollen wir" in der Mittelschule Vilsbiburg ist am Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Vilsbiburger Zeitung, 22. November / von Katharina Schmid

 

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